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MÜTTER IN PORT-AU-PRINCE

Eine typische Familie in Port-au-Prince:
Die alleinerziehende Pierre Jeanne (29) und ihre Kinder.

Pierre Lajeunesse (25), geboren in Sité Soley. Sie hat drei Kinder (8, 5, 2 Jahre) von einem Mann, der eines Tages verschwand. Ihre Mutter unterstützt sie, da sie häufig kein Geld für Nahrungsmittel hat. Von LESPWA e.V. bekam sie Geld für einen Kleinhandel, der sie und ihre Kinder versorgen soll. Ihr Traum ist es, den Beruf der Schneiderin zu erlernen.

Chery Saint-Rose (33) lebte in Jeremie, bevor sie nach Port-au-Prince kam. Sie hat sechs Kinder (18, 15, 7, 3, 4 und 2 Jahre) mit ihrem Mann. Im September 2011 wurde er von Räubern erschossen. Nun lebt sie vom Verkauf der Taschen, die sie sich durch die Anschubfinanzierung von LESPWA e.V. leisten konnte.

Ducha Lormiçia (31) kam mit ihrer Tante aus Jeremie nach Sité Soley. In Jeremie hatte sie drei Jahre die Schule besucht. Lange Zeit überlebte sie als Straßenkind durch Prostitution und bekam vier Kinder von verschiedenen Freiern. Im Salesianerprojekt lernte sie das Nähen. Heute kauft sie u. a. gebrauchte weite, lange Hosen, die sie auftrennt, um daraus Röcke zu nähen. Diese verkauft sie auf der Straße. Alle vier Kinder besuchen eine Schule.

Marie Jean-Louis (28) kam mit 12 Jahren aus St. Marc nach Sité Soley, wo sie auf der Straße lebte. Ihre vier Kinder bekam sie von verschiedenen, unbekannten Freiern. In einem Salesianerprojekt lernte sie Nähen. Sie schneidert hauptsächlich Schuluniformen und bekommt ihre Aufträge durch Laufkundschaft, die ihr auf der Galerie ihres kleines Hauses beim Nähen zusehen.

Marie Prophet (58) hat sechs eigene Kinder. Ihr Mann verließ sie, als sie mit dem sechsten Kind schwanger war. Eine Tochter starb und hinterließ ihr zwei kleine Kinder (6, 3 Jahre), die sie nun ebenfalls zu versorgen hat. Durch die Anschubfinanzierung von LESPWA e.V. für ihren Kleinhandel, verdient sie seither ihren Lebensunterhalt für sich und fünf im Haushalt befindliche Kinder. Auf der Straße verkauft sie Brote mit Mamba (Erdnusspaste) und einen selbstgebrühten Kaffee, inzwischen floriert ihr Handel.

Wer aber erfolgreich ist in den Slums von Port-au-Prince, wird beneidet und lebt sehr gefährlich:
Zwei Tage, nachdem ich dies Foto gemacht hatte, wurde sie von mehreren Männern in der Nacht überfallen. Offensichtlich waren sie durch meinen Besuch bei Marie auf sie aufmerksam geworden. Sie nahmen ihr die Töpfe und Schüsseln weg und schlugen sie und die Kinder solange, bis Marie den Banditen verriet, wo sie ihr Geld versteckt hatte.
LESPWA gab ihr erneut Geld, sodass sie ihren Handel weiter betreiben kann.

Emma Rouzier (35), geboren in Tiguave, vor ihrer Hütte in Sité Soley. Sie hat drei Söhne im Alter von 16, 6 und 5 Jahren. Der Vater ihrer Kinder hat sie nach dem dritten Kind verlassen. Sie bekam eine Anschubfinanzierung von LESPWA und verkauft jetzt Seifen und Zahnpasta auf den Straßen von Port-au-Prince.

Pierre Mylene (31) war 14, als sie Straßenkind wurde. Sie verdiente ihr Geld lange Zeit mit Prostitution. Von verschiedenen Freiern bekam sie drei Kinder. Der Vater ihres vierten Kindes war ihr Mann, der sie allerdings nach der Geburt verließ. Heute verdient sie ihr Geld als Näherin und lebt mit ihren vier Kindern in einem Häuschen bei ihrer Schwester, mit der sie sich auch eine Nähmaschine teilen kann. Durch die Anschubfinanzierung von LESPWA e.V. konnte sie sich eine Grundausstattung an Stoffen und Garn kaufen.

Antonia Kadur (64) und ihre Enkelkinder.

Vor einer Woche saß ihre Tochter vor ihrer Hütte und stillte ihr jüngstes Kind, als ein Chimère (ein Bandit) ihr vollkommen grundlos in den Kopf schoss. Da der Vater der Kinder sich abgesetzt hat, muss Antonia nun allein für ihre drei Enkel sorgen.

Napoleon Lurena (66) hat zwei Enkel im Alter von 5 und 14 Jahren. Ihre Tochter starb an einem Herzfehler. Da sich der Vater ihrer Enkel nicht um sie kümmert, hat sie die Kinder bei sich aufgenommen. Durch LESPWA e.V. konnte sie sich einen Kleinhandel aufbauen; sie verkauft auf der Straße Maniokbrot mit Erdnussbutter (Kasav).

Mardi Jeanise (27) besuchte in Gunaives fünf Jahre die Primärschule. Als sie 12 Jahren alt war, kam sie mit ihrer Mutter nach Sité Soley. Kurz nach dem Umzug starb die Mutter und sie landete auf der Straße. Dort arbeitete sie als Prostituierte, bekam drei Kinder (8, 5, 2 Jahre) von verschiedenen Freiern. Die Väter der ersten beiden sind nicht bekannt, mit dem Vater des Dritten lebte sie zwei Jahre zusammen. Dieser verließ sie aber, als das gemeinsame Kind ein Jahr alt war, sie stand wieder ohne Unterstützung da. In einem Straßenkinderprojekt der Salesianer lernte sie dann das Nähen. Derzeit verdient sie 1000 Gourdes pro Woche (etwa 18 €), wovon sie die Hälfte für die Miete einer Nähmaschine wieder abgeben muss.

Germain Annemarie mit ihrer Familie auf ihrem „Grundstück“ in Slum Ti Ayiti. Der Wirbelsturm Cathrina hat ihre Hütte aus Blech und Planen einfach weggefegt.

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